Kreuzwiesen Alm
Bei Ihren Hüttenferien in Südtirol im Eisacktal werden Sie von der sagenumwoben Welt der Kreuzwiesen Alm in Lüsen entführt. Den Namen hat die Wiese wohl von einem ehemaligen Weg- Feld- oder Wetterkreuz. Jedoch die Volksüberlieferung weiß es anders.
Ein Almgeist soll auf der Kreuzwiese in Lüsen sein Unwesen getrieben haben, ein so genanntes „Hottile“ und die Mäher und Rechnerinnen geneckt haben. Als es ihnen eines Tages das „Hottile“ zu bunt getrieben hatte, warfen sie Ihre Sensen und Rechen kreuzweise übereinander und verscheuchten somit den Almgeist. So ist nicht nur das „Hottile“ verschwunden, sondern gab der großen Bergwiese, inmitten der Lüsner Alm, seinen Namen.
Die Almwirtschaft
Die Kreuzwiese ist wohl die größte Bergwiese der Lüsner Alm. Fast 10 Hektar werden heute gemäht. In den vergangenen Jahrzehnten war es etwas weniger, doch früher, so sagt es die überlieferung wurden sogar viele heutige Weideflächen zur Heumahd genutzt.
Weiters besitzt die Alm noch über artenreiche, saftige Weideflächen von 1800 bis über 2000 m. ü. d. M, bis unter den sanften Gipfel des Astjoches.
Dort weiden den ganzen Sommer über unser Jungvieh und unsere Kühe.
Diese liefern dann die köstliche Milch für unseren Almkäse.
Die Lüsner Alm
Nach der Seiser Alm ist der Lüsner Kamm, mit weit über 2000 ha Almwiesen und Weideflächen die zweitgrößte Hochalm. Mit über 20 km Länge ist dies die längste Alm in Südtirol und zählt zu den ausgedehntesten Hochebenen der Alpen. Seit Jahrhunderten wird die Alm von den Bauern des Tales den Sommer über bewirtschaftet. Es werden Tiere aufgetrieben zur Beweidung, Wiesen werden gemäht um Futter für den harten Winter zu gewinnen.
Erst durch diese Almbewirtschaftung, durch Rodung und Beweidung, Verbesserungen durch die Entfernung von Bäumen und Steinen hat die Lüsner Alm ihre heutige Schönheit erlangt. Der Mensch hat diese Kulturlandschaft geprägt, wäre das nicht so, wäre ein Großteil der Almen reiner Nadelwald und besäße bei weiten nicht diese Artenvielfalt.
Aus dem Tagebuch der Kreuzwiesen Hütte
Ein Tag am schönsten Fleck der Lüsner Alm
Als wir von unserer Tageswanderung auf das Astjoch in die Kreuzwiese, zu einer zünftigen Marende mit hausgemachtem Käse
einkehrten, begann die Sonne bereits hinter den Berggipfeln zu verschwinden. Die anderen Gäste, die sich wie wir auf der Sonnenterasse befanden, bestaunten das fantastische Naturschauspiel, das die Geislerspitzen rot aufblühen lies. Und just in diesem Moment kamen die Zwillinge der Familie Hinteregger, Michael und Manuel mit ihren steirischen Harmonikas und begannen so richtig aufzuspielen. Alsbald kam Stimmung auf und wir sangen und schunkelten zu den heimatlichen Klängen. Ja, und zwei Wanderer aus Bayern, die gerade von der Alpenüberquerung von München nach Venedig zu uns stießen, fingen an Witze zu erzählen und es wurde richtig gesellig. Als es schon dunkel wurde, entschieden wir uns alle dafür, den Abstieg nicht mehr zu wagen. Gleichzeitig bereitete Frau Hinteregger uns das urigste Matratzenlager vor das ich bis dato gesehen habe, und so verbrachten wir alle die gemütlichste Nacht seit langem.
Vielen Dank Familie Hinteregger für die zuvorkommende Bewirtung und das leckere Frühstück am nächsten Morgen.
Bis bald Familie Hinteregger, vielleicht schon dieses Jahr